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  • Das Peter-Prinzip neu gedacht: Karrierewege jenseits des Management-Automatismus

    Das Peter-Prinzip neu gedacht: Karrierewege jenseits des Management-Automatismus

    Bei einer wissenschaftlich-geprägten, Schweizer Firma neulich: Fast alle Akademiker wollten ins Management. Nicht aus Leidenschaft fürs Führen. Sondern weil es der einzige Weg war, mehr zu verdienen und Anerkennung zu bekommen.

    Das Resultat war absehbar: Brillante Fachleute wurden zu mittelmäßigen Managern. Sie verbrachten ihre Zeit mit Budget-Meetings statt mit der Forschung, für die sie ausgebildet waren und die sie begeisterte.

    Show me the incentives and I’ll show you the outcome.

    Unser Karrieresystem zwingt Menschen systematisch in Rollen, für die sie weder Talent noch Neigung haben. Wir belohnen Fachexpertise mit Personalverantwortung. Wir machen aus guten Ingenieuren schlechte Manager und nennen das «Karriere».

    Die Lösung? Duale Karrierewege sind theoretisch bekannt, praktisch selten umgesetzt. Der Grund: Es reicht nicht, einen «Senior Expert Track» auf Papier zu schaffen. Solange Statusunterschiede, Gehaltsspannen und Entscheidungsmacht weiterhin an Führungsverantwortung gekoppelt sind, bleibt der Management-Track die einzig ernst genommene Option.

    Die eigentliche Frage ist nicht: Wie designen wir bessere Karrieresysteme? Sondern: Wieviel Status und Macht sind wir bereit, von der Hierarchie zu entkoppeln?

  • Wertesysteme in Organisationen: Ein praxisorientierter Ansatz

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    In jeder Organisation treffen unterschiedliche Wertesysteme aufeinander – der stabilitätsorientierte Manager und die innovationsgetriebene Mitarbeiterin, der teamorientierte Kollege und die leistungsfokussierte Projektleiterin. Diese Unterschiede sind keine Persönlichkeitsmängel, sondern spiegeln verschiedene Erfolgsstrategien wider.

    Hinter den Kulissen von Wertekonflikten

    Werte funktionieren im Arbeitsalltag als praktische Vorhersagemodelle für Erfolg. Sie entstehen durch wiederkehrende Erfahrungen damit, was in bestimmten Kontexten funktioniert.

    In vielen Teams fehlt nicht die Kommunikation, sondern das Verständnis für die Entstehung verschiedener Perspektiven. So fordert der Vertrieb typischerweise maximale Flexibilität, während die Produktion auf strukturierten Prozessen besteht. Erfolgreiche Organisationen erkennen: Beide Wertesysteme sind bewährte Erfolgsstrategien aus unterschiedlichen Anforderungswelten.

    Generationenperspektiven neu betrachtet

    Die Unterschiede zwischen Generationen erscheinen in der Praxis oft überzeichnet. Entscheidender als das Geburtsjahr ist die Phase der beruflichen Entwicklung.

    Berufliche Übergangsphasen – Beförderungen, Teamwechsel, neue Verantwortungsbereiche – bieten besondere Entwicklungschancen. In diesen Momenten werden bestehende Vorhersagemodelle neu kalibriert, und die Offenheit für alternative Perspektiven steigt.

    Konflikte als Chance

    Konflikte entstehen, wenn unterschiedliche Vorhersagemodelle aufeinandertreffen. Ein pragmatischer Ansatz fragt nicht «Wer hat Recht?», sondern «In welchen Kontexten ist welches Modell überlegen?»

    Die Umformulierung dieser Kernfrage eröffnet den Raum für kontextbezogene Lösungen statt endloser Grundsatzdebatten. Wertekonflikte werden so von Hindernissen zu Quellen komplementärer Perspektiven.

    Kulturwandel durch Erfahrung

    Kulturwandel bedeutet, kollektive Vorhersagemodelle zu verändern – ein Prozess, der konkrete Erfahrungen erfordert, nicht nur Appelle. Erfolgreiche Transformationen schaffen gezielt Räume, in denen neue Verhaltensweisen erprobt und deren Wirksamkeit erlebt werden kann. Die Veränderung der Wertesysteme folgt dann der Evidenz, nicht umgekehrt.

    Praktische Ansätze für Führungskräfte

    Personalgespräche mit Tiefgang

    Statt abstrakter «Werte» lohnt der Fokus auf konkrete Situationen: «Was hat in dieser Herausforderung funktioniert? Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?» Diese Fragen fördern die Reflexion über Vorhersagemodelle, ohne theoretisch zu werden.

    Teamentwicklung durch Vielfalt

    Teams profitieren von komplementären Perspektiven – Mitglieder mit Blick für kurzfristige Risiken und langfristige Chancen, verschiedener fachlicher Expertise und unterschiedlicher kultureller Hintergründe. Erfolgreiche Teams nutzen diese Unterschiede als strategischen Vorteil.

    Rekrutierung jenseits des «Cultural Fit»

    Bei der Auswahl neuer Mitarbeiter sind drei Kernfähigkeiten entscheidend:

    • Reflexionsfähigkeit über eigene Erfolgsmuster
    • Flexibilität zwischen verschiedenen Kontexten
    • Neugierde auf alternative Perspektiven

    Pragmatischer Ausblick

    Die Erkenntnis, dass Werte praktische Vorhersagemodelle sind, verändert den Blick auf Organisationsdynamik. Die entscheidenden Fragen lauten:

    • In welchen Kontexten ist welches Modell überlegen?
    • Wie können verschiedene Modelle kombiniert werden?
    • Wie entwickeln wir gemeinsam neue, bessere Modelle?

    In einer komplexen Geschäftswelt brauchen wir nicht mehr «richtige» Werte, sondern ein reichhaltiges Portfolio an Perspektiven für vielfältige Herausforderungen.

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